Page 6 - Ärzteblatt Rheinland-Pfalz, August-Ausgabe 2018
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Aktuell
Die Chance gegen Darmkrebs: Früherkennung

      Foto: Engelmohr

Gemeinsame Darmkrebspräventions-Kampagne (v.l.n.r.): San.-Rat Dr. Günter Gerhard (LZG-Vorsitzender), Professor Dr.
Jürgen F. R iemann ( Vorsitzender der Stif tung LebensBlicke), Jör n Simon ( TK-RLP-Leiter), Dr. M atthias K rell (LZG-
Geschäftsführer) und Dr. Günther Matheis (LÄK-Präsident).

Bei Darmkrebs ist die Heilungs- oder Überlebenschancen so B eso nd ere R isiko g rupp en

groß wie bei kaum einem anderen Krebs – vorausgesetzt, er

wird früh entdeckt. Aufklärung ist wichtig: Rund 62.000 Deut- „Einer Zielgruppe müssen wir in der Vorsorge besondere Auf-

sche erkranken jährlich neu daran. Um zu erreichen, dass mehr merksamkeit schenken, nämlich den Angehörigen von Men-

Menschen die Früherkennungsuntersuchungen in Anspruch schen, die bereits an Darmkrebs erkrankt sind. Bei etwa einem

nehmen, engagiert sich die Landeszentrale für Gesundheitsför- Viertel der Darmkrebsfälle liegt eine familiäre Belastung vor,

derung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) gemeinsam mit Partnern das heißt, bei den Angehörigen besteht eine größere Erkran-

in einer Darmkrebspräventions-Kampagne. Mit der Stiftung kungswahrscheinlichkeit. Für sie brauchen wir eine risikoadap-

LebensBlicke, der Techniker Krankenkasse in Rheinland-Pfalz tierte Früherkennung“, ist Professor Dr. Jürgen F. Riemann,

und der Landesärztekammer zog sie ein Resümee der bisheri- Vorsitzender der Stiftung LebensBlicke überzeugt. Unter den

gen Aktivitäten. Herzstück der Kampagne „Vermeiden statt lei- Neuerkrankten sind jährlich 34.000 Männer und 28.000 Frauen.

den” ist eine Ausstellung, die seit einem Jahr bereits an 17 Sta- Ein gesunder Lebensstil und das Vermeiden von Übergewicht

tionen in Rheinland-Pfalz unterwegs gewesen ist.           kann dazu beitragen, das Darmkrebsrisiko zu senken.

„Unser Ziel ist, eine möglichst breite Bevölkerungsschicht zu Die Wanderausstellung„Vermeiden statt leiden“ kann von inte-
erreichen und den Menschen zu zeigen, wie einfach und effek- ressierten Institutionen, Unternehmen und Kommunen unent-
tiv Darmkrebsvorsorge ist. Frauen und Männer ab 50 Jahren geltlich bei der LZG ausgeliehen werden.
können jährlich einen Stuhltest auf okkultes Blut in Anspruch
nehmen. Der immunologische Test, der seit 2017 zur Verfü-
gung steht, ist einfacher zuhause durchzuführen als sein Vor-
gänger. Ab 55 Jahren hat man dann Anspruch auf bis zu zwei
Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren oder alle zwei
Jahre auf einen Stuhltest.„Wir appellieren daher an alle Männer
und Frauen, das Darmkrebs-Vorsorgeangebot zu nutzen.
Besprechen Sie Unsicherheiten mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin
und fragen Sie nach, bis Sie alles verstehen“, so Dr. Günther
Matheis, Präsident der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz.

6 Ärzteblatt Rheinland-Pfalz ❙ 8/2018
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