Page 5 - Ärzteblatt Rheinland-Pfalz, August-Ausgabe 2018
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Nachruf

                                                                         Karl-Heinz Schriefers

Professor Dr. Karl-Heinz Schriefers
(1926 – 2018)

Am 17. Juni 2018 verstarb Professor Dr. Karl-Heinz Schriefers im Karl-Heinz Schriefers war auch ein begeisternder und begnade-

Alter von 91 Jahren.                                               ter Lehrer in der Ausbildung von Medizinstudenten. Hier hat er

                                                                   sich ganz besonders im Praktischen Jahr im Kemperhof in Kob-

Karl-Heinz Schriefers studierte von 1947 bis 1953 in Mainz und lenz engagiert. Seine ehemaligen Studenten sprechen heute

Bonn, wo er das Staatsexamen bestand und mit einer Arbeit noch voller Hochachtung über seinen Einsatz in der studenti-

„Über Beschwerden und funktionelle Störungen nach partieller schen Lehre und seine hervorragenden didaktischen Fähigkeiten.

und totaler Magenresektion“ bei Alfred Gütgemann promovierte.

Nach der Pflichtassistentenzeit am Pathologischen Institut und an Schriefers Engagement galt auch immer der ärztlichen Selbstver-

der Universitätsfrauenklinik zu Bonn wurde er unbezahlter Volon- waltung: Er war Mitglied der Vertreterversammlung der Bezirks-

tärarzt an der Medizinischen Universitäts-Poliklinik bei Tiemann. ärztekammer Koblenz und der Landesärztekammer Rheinland-

Ab Juni 1956 erhielt er an der Chirurgischen Universitätsklinik Pfalz; 13mal war er Delegierter für den Deutschen Ärztetag. Dem

Bonn bei A. Gütgemann eine Stelle als Assistenzarzt – mit einem Vorstand der Landesärztekammer gehörte er drei Amtszeiten

zunächst nur geringen Salär -, und erlangte 1960 die Anerken- lang an. In den Gremien hat er sich besonders in den Kranken-

nung als Facharzt für Chirurgie. 1964 habilitierte er sich „Über haus- und Weiterbildungsausschüssen um die Interessen der

Kreislaufveränderungen beim Pfortaderhochdruck der Leberzir- Ärztinnen und Ärzte gekümmert. Er war viele Jahre im Schlich-

rhose und nach portocavalen Anastomosenoperationen“.               tungsausschuss der Landesärztekammer aktiv und saß auch

Zum außerplanmäßigen Professor für Chirurgie an der Chirurgi- dem Weiterbildungsausschuss vor. Schriefers gehörte in den

schen Klinik der Universität Bonn ist er 1969 ernannt worden. Im 80er Jahren auch zu den Gründungsvätern der Ethik-Kommis-

gleichen Jahr wechselte Schriefers nach Koblenz. Dort wurde er sion bei der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz.

zum Chefarzt der Chirurgischen Klinik am Städtischen Kranken- Professor Schriefers hat sich vielfältig und vorbildlich verdient

haus Kemperhof berufen. Dieses Amt hatte er bis zu seiner Pen- gemacht: als Arzt, Wissenschaftler, akademischer Lehrer und als

sionierung 1991 inne. Auf Grund von Wechseln in seiner Nach- Berufspolitiker – und zwar stets offen und konstruktiv sowie

folge, übernahm er noch zweimal für einen gewissen Zeitraum konsequent. Die Landesärztekammer Rheinland-Pfalz hat ihn

die kommissarische Leitung der chirurgischen Klinik.               bereits 1991 für seine ganz besonderen Verdienste mit ihrer

                                                                   höchsten Auszeichnung, der Samuel-Thomas-von-Soemmering-

Karl-Heinz Schriefers hat sich lange in der ärztlichen Berufspolitik Medaille geehrt. Sein Engagement hat auch die Bundesärzte-

engagiert. Sowohl im Bundesverband als auch im Landesver- kammer gewürdigt und ihn mit der Paracelsus-Medaille der

band Rheinland-Pfalz war er aktiv in der Deutschen Gesellschaft deutschen Ärzteschaft ausgezeichnet.

für Chirurgie und im Verband der leitenden Krankenhausärzte

Deutschlands. 1973 ist er zum Vorsitzenden des Landesverban- Professor Schriefers hat sich viele Jahrzehnte lang mit Bravour

des Rheinland-Pfalz des Chefarztverbandes gewählt worden. und Verve und unglaublich vielfältigem Engagement für die

1986 wurde er zum Vize-Präsidenten dieses Verbandes auf Bun- Ärztinnen, Ärzte und Medizinstudenten eingesetzt. Mit Leib und

desebene gewählt.                                                  Seele, Herz und Sachverstand war er der ärztlichen Berufspolitik

Als Meinungsbildner innerhalb der deutschen Chirurgenschaft aber besonders auch seinen Patienten verbunden.

war Karl-Heinz Schriefers von 1986 bis 1994 Mitglied des Präsidi-

ums der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. 1987/88 war er Wir sind ihm in tiefem Dank verbunden und werden ihn stets in

Präsident dieser Gesellschaft und hat unter dem Generalthema guter und dankbarer Erinnerung behalten.

„Brennpunkte des chirurgischen Alltags“ einen bemerkenswerten

Kongress ausgerichtet.                                             Günther Matheis

                                                                                    Ärzteblatt Rheinland-Pfalz ❙ 8/2018 5
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