Page 17 - Ärzteblatt Rheinland-Pfalz, August-Ausgabe 2018
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Berufspolitik

Dialogveranstaltung junge Ärztinnen und
Ärzte: Silberrücken versus Generation Spaß?

   Foto: Engelmohr

G ro ßes I ntere sse u n d rege D isk u ssio n en b eim D ial o g fo r u m „ B e r u fs z u f r i e d e n h e i t j u n g e r Är z ti n n e n u n d Är z te “.

Ines Engelmohr, Erfurt

Generationen prallen aufeinander, wenn sich junge Ärztinnen habe sie nicht aufwachsen sehen.“ Doch auch wenn er selber

und Ärzte mit langerfahrenen Kolleginnen und Kollegen über früher nie auf die Idee gekommen wäre, Elternzeit zu beantra-

ihre unterschiedlichen Erwartungen im Berufsleben austau- gen, so habe er heute damit kein Problem, wenn dies junge

schen. Während der Dialogveranstaltung „Berufszufriedenheit Ärzte in Anspruch nähmen. Allerdings räumte er ein, dass er

junger Ärztinnen und Ärzte“, zu der die Bundesärztekammer im Probleme sehe, wenn es darum gehe, Anforderungen der Wei-

Vorfeld des 121. Deutschen Ärztetages in Erfurt eingeladen terbildung mit den Erwartungen an die eigene work-life-

hatte und zu der fast 200 Teilnehmer gekommen waren, ging balance zu vereinbaren. Izbicki:„Da sind wir in einem Dilemma.“

es daher zum Teil auch hoch her.                                    Und wenn es dann auch noch darum gehe, Forschung zu

                                                                    machen, dann sei dies noch ein wenig komplizierter, fügte er

Für Raunen im Saal sorgte beispielsweise Professor Dr. Jakob R.

Izbicki, Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thorax-

chirurgie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, mit                                                                                                      Anzeige

seiner Aussage, dass „ein guter Chirurg zu sein, nicht vereinbar

ist mit der Familie“. Man müsse sich entscheiden, ob man guter

Arzt oder guter Vater sein wolle.

Klinikdirektor: Guter Vater oder guter Arzt
– beides ist nicht vereinbar

„Beides lässt sich nicht unter einen Hut bekommen“, fügte Izbi-
cki hinzu. Selbstkritisch gestand er aber auch ein, dass er selber
früher mehr Zeit für seine Kinder hätte haben müssen: „Ich

                                                                    Ärzteblatt Rheinland-Pfalz ❙ 8/2018 17
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