Page 16 - Ärzteblatt Rheinland-Pfalz, August-Ausgabe 2018
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Berufspolitik

Arzneimitteltherapiesicherheit                                     Steigerung der Organspende

Arzneimitteltherapiesicherheit gelte zudem als zentrales Krite- Die GMK betrachtet mit großer Sorge den deutschlandweiten

rium einer qualitätsorientierten Gesundheitsversorgung; das starken Rückgang der Organspenden. Nicht nur die Bereit-

BMG wird gebeten zu prüfen, ob und wie die ländereigenen schaft der Bevölkerung zur Organspende müsse gesteigert

Regelungen durch Regelungen auf Bundesebene unterstützt werden, sondern auch die Bereitschaft der Krankenhäuser, die

werden können, insbesondere im Krankenhausbereich zum vorhandenen Potenziale für Organspenden intensiv auszu-

Beispiel durch Regelungen zur Hinzuziehung von Apothekerin- schöpfen. Sie bittet die Bundesregierung, die gesetzlichen

nen und Apothekern für das Medikationsmanagement bei der Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass die Aufwendungen

patientenindividuellen Arzneimitteltherapie auf den Stationen, der Entnahmekrankenhäuser für alle mit einer Organentnahme

durch die verbindliche Einrichtung von Arzneimittelkommissi- im Zusammenhang stehenden Maßnahmen einschließlich der

onen und durch die verbindliche Nutzung von Medikationsda- Kosten für die Freistellung der Transplantationsbeauftragten

tenbanken bei Polymedikation.                                      vollständig durch die Kostenträger finanziert werden. Auch

                                                                   sollten gesetzliche Rahmenbedingungen einer kostendecken-

                                                                   den Vergütung für die Bestellung und Freistellung der Trans-

Stärkung von Ärztenetzen                                           plantationsbeauftragten sichergestellt werden. Bezugsgröße

                                                                   für den Umfang der Freistellung sollte die Anzahl der vorhan-

Die GMK bittet darüber hinaus das Bundesgesundheitsministe- denen Intensivbetten sein, so die GMK. Bei je zehn zu betreu-

rium die Bedingungen für die Sicherstellung der ärztlichen enden Intensivbehandlungsbetten sollte eine Freistellung in

Versorgung durch eine Stärkung der Arztnetze zu verbessern, Höhe eines Stellenanteils von 0,1 bezogen auf eine Vollzeit-

die nach § 87 b Abs. 4 SGB V zertifiziert sind. Insbesondere stelle erfolgen.

sollte es Praxisnetzen, vor allem solchen, die in unterversorgten

Gebieten tätig sind und die von einer Kassenärztlichen Vereini-

gung anerkannt worden sind, ermöglicht werden, Arztsitze zu R efo rm d es Heilprak tiker wesens

erwerben sowie Ärztinnen und Ärzte oder anderes medizini-

sches Personal anzustellen.                                        Ferner sieht die GMK „eine zwingende Reformbedürftigkeit“

                                                                   des Heilpraktikerwesens. Der Bund wird gebeten, eine Bund-

                                                                   Länder-Arbeitsgruppe einzurichten, die eine grundlegende

Spezialärztliche Versorgung kranker Kinder                         Reform des Heilpraktikerwesens prüft. Das Ergebnis der Prü-

                                                                   fung soll bis zur 92. GMK 2019 vorgelegt werden.

Die GMK sieht mit Sorge, dass die Zukunft der Kindermedizin

insbesondere in strukturschwächeren und ländlichen Räumen

auch wegen der demografischen Entwicklung vor großen Her- R efo rm d er Psycho therap eutenausbild ung

ausforderungen steht. Dabei sei auch die Entwicklung des

Krankheitsspektrums bei Kindern zu chronischen und zu Mehr- Die GMK begrüßt die Absicht der Bundesregierung, das bishe-

facherkrankungen in den Blick zu nehmen. Dafür seien auch rige Psychotherapeutengesetz zu novellieren und die Ausbil-

neue ambulante Möglichkeiten zur Leistungserbringung durch dung zu diesem Heilberuf strukturell den anderen akademi-

kinder- und jugendmedizinische Zentren an Krankenhäusern schen Heilberufen anzupassen. Dazu ist nach GMK-Ansicht eine

nötig, die über die erforderliche fachliche und gegebenenfalls Direktausbildung der geeignete Weg. Hierzu bittet die GMK

auch fachübergreifende Expertise verfügen.                         darum, zeitnah einen Gesetzentwurf vorzulegen und unter

                                                                   kontinuierlicher Beteiligung der Länder das Gesetzgebungsver-

Das Bundesgesundheitsministerium solle prüfen, ob die fahren zügig voran zu treiben.

Rechtsgrundlagen im SGB V für bei der Institutsermächtigung

mit einer Landesöffnungsklausel erweitert werden müssten, Im nächsten Jahr wird die Gesundheitsministerkonferenz im

damit bei entsprechendem Bedarf Krankenhäuser erweiterte Juni in Sachsen stattfinden.

Möglichkeiten zur Mitwirkung an der spezialärztlichen kinder-

medizinischen Versorgung erhalten.

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