Page 15 - Ärzteblatt Rheinland-Pfalz, August-Ausgabe 2018
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Berufspolitik

Gesundheitsministerkonferenz fordert
stärkere Patientenorientierung

   Foto: GMK 2018/MAGS NRW

Die diesjährige Gesundheitsministerkonferenz will Patientenrechte fortentwickeln und Patienteninformationen trans-
parenter machen.

Ines Engelmohr, Mainz

Die 91. Gesundheitsministerkonferenz (GMK) hat darüber bera- tinnen und Patienten dadurch verbessert werde, dass sie die

ten, wie die Patientenorientierung in der gesundheitlichen wichtigen Informationen im Zusammenhang mit ärztlichen

Versorgung künftig verbessert werden kann. Schwerpunkte Untersuchungen und Behandlungsempfehlungen nicht nur

des beschlossenen Maßnahmenbündels liegen in der Fortent- mündlich, sondern auf dauerhafte Weise mitgeteilt bekommen.

wicklung der Patientenrechte und der transparenten Patienten- In einem ersten Schritt sollte jeder Patient nach jeder stationä-

information, der Barrierefreiheit im Gesundheitswesen sowie ren Behandlung einen Patientenbrief erhalten. Zudem bittet

der Patientensicherheit – insbesondere im ambulanten Bereich. die GMK das BMG, gesetzlich zu regeln, dass Vertragsärztinnen

Die verantwortlichen Ministerinnen und Minister sowie Sena- und -ärzte verpflichtet werden, neutrale und evidenzbasierte

torinnen und Senatoren der Länder sind überzeugt, dass eine schriftliche Informationen über Nutzen und Risiken der ange-

Orientierung an den Bedürfnissen der Patientinnen und Patien- botenen„Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL)“ sichtbar

ten dazu dient, Schwachstellen aufzudecken und Verbesse- in ihren Praxisräumen auszulegen und auf ihren Homepages zu

rungspotential auszuschöpfen.                                    verlinken. Damit hätten Patientinnen und Patienten dann die

                                                                 Möglichkeit, sich vorab zu informieren und könnten auf dieser

Die Verantwortlichen der Länder sprachen sich unter anderem Grundlage gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt eine

für die Stärkung der Gesundheitskompetenz sowie für mehr eigenverantwortliche Entscheidung treffen.

Eigenverantwortung der Patientinnen und Patienten aus. Pati-

entenbeteiligung solle im Sinne der Selbstbestimmung in allen

Bereichen der Telematik-Anwendungen und Telemedizin

berücksichtigt werden.

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Für bessere Kommunikation

Darüber hinaus müsse die Patientenkommunikation von allen
Beteiligten des Gesundheitswesens verbessert werden. Die
GMK spricht sich dafür aus, dass die Informiertheit von Patien-

                                                                 Ärzteblatt Rheinland-Pfalz ❙ 8/2018 15
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