Page 6 - Ärzteblatt Rheinland-Pfalz, März-Ausgabe 2018
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A ktuell




              Gemeinsame fachtagung zur Versorgung            Versorgung der Menschen in Rheinland-Pfalz sicherstellen zu
              psychisch kranker Kinder                        können. Daher kommt es jetzt auch darauf an, die Kapazitäten
                                                              effektiv zu nutzen. Die regionalisierte Medizinerausbildung ist
                                                              ein guter Ansatz,  um die ländlichen  Regionen  in Rheinland-
                                                              Pfalz auch in Zukunft gut versorgen zu können.“

                                                              Die  Landesregierung  erarbeitet  aktuell  in  intensiven  Gesprä-
                                                              chen mit der Universitätsmedizin die organisatorischen und
                                                              fachlichen Anforderungen an diese Kooperationen. Noch inner-
                                                              halb der ersten Jahreshälfte 2018 sollen die nächsten Schritte
                                                              gemeinsam mit den möglichen Kooperationspartnern in Trier
                                                              und Koblenz konkretisiert werden.
                                                            Foto: Engelmohr  „Die Ausbildungskapazitäten an der Universitätsmedizin haben

                                                              sich in den letzten Jahren erhöht. Hierdurch ist es stellenweise

                                                              gekommen. Eine Kooperation könnte die Universitätsmedizin
              Gemeinsamer Fortbildungseifer: Dem Thema „Versorgung   zu  einer  hohen  Auslastung  im  klinischen  Studienabschnitt
              von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Erkran-  Mainz im Bereich der klinischen Ausbildung entlasten und
              kungen in RLP – Gemeinsam schaffen wir das!” widmete   dadurch die Ausbildungskapazitäten erhöhen. Abhängig da  -
              sich die Veranstaltung der Landespsychotherapeutenkam-  von prüfen wir, ob auf längere Sicht die Kapazität insgesamt
              mer (LPK), welche gemeinsam mit dem Berufsverband für   erhöht werden muss“, berichtet der Wissenschaftsminister. (eb)
              Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psy-
              chotherapie in Deutschland (BKJPP), der Landesärztekam-
              mer (LÄK) und der Kassenärztlichen Vereinigung (KV RLP)
              ausgerichtet worden ist (v.l.n.r.): Sabine Maur (LPK-Vor-  Niedrigster stand der Organspenden
              standsmitglied), Dr. Gundolf Berg (BKJPP-Vorsitzender),   seit 20 Jahren
              Dr. Christel Werner (LÄK-Vorstandsmitglied), Peter Andreas
              Staub (KV RLP-Vorstandsmitglied) und Peter Brettle (LPK-
              Präsident).  Im Mittelpunkt der Tagung standen Koopera-  Im vergangenen Jahr hat sich die Organspende erneut rückläu-
              tionsbeispiele sowie Diskussionen über  Versorgungsver-  fig entwickelt. Bundesweit gab es 797 Organspender, 60 weni-
              besserungen. Fachvorträge rundeten das Tagungsangebot   ger als im Jahr zuvor (2016: 857). Die Anzahl der gespendeten
              ab. Den ausführlichen Tagungsbericht finden Sie auf den   Organe ist um 9,5 Prozent auf 2594 Organe gesunken. Im Jahr
              Seiten 22 und 23.
                                                              2016 waren es noch insgesamt 2867 Organe, die von der Deut-
                                                              schen Stiftung Organtransplantation (DSO) an die interna-
              Wolf und Bätzing-Lichtenthäler:                 tionale Vermittlungsstelle Eurotransplant  (ET) gemeldet  und
                Ausbildungskapazitäten erhöhen und            schwer kranken Patienten transplantiert werden konnten.
              Arztausbildung regionalisieren                  Durch  den  grenzüberschreitenden  Organaustausch  liegt  die
                                                              Zahl der transplantierten Organe in Deutschland jährlich etwas
              Die Landesregierung beabsichtigt, die Medizinerausbildung   über der Summe der entnommenen Organe. Insgesamt 2764
              in Rheinland-Pfalz zukünftig mit dezentralen Bestandteilen  Spenderorgane wurden im vergangenen Jahr erfolgreich ver-
              aufzustellen. Dies wird in Gesprächen mit der Universitätsme- pflanzt und haben Patienten das Leben gerettet oder zu einer
              dizin Mainz und Partnerkrankenhäusern in Trier und Koblenz  besseren Lebensqualität verholfen. Im Vergleichszeitraum 2016
              aktuell vorbereitet, teilte das  Wissenschaftsministerium in  konnten bundesweit noch 3049 Organe transplantiert werden.
              Mainz mit.                                      Die bundesdurchschnittliche Spenderrate lag im Jahr 2017 bei
                                                              9,7 Spendern pro eine Million Einwohner. Dabei war die Ent-
              „Der Bedarf an Ärztinnen und Ärzten gerade auf dem Land ist  wicklung innerhalb der sieben DSO-Regionen sehr uneinheit-
              hoch. Eine teilweise dezentrale Ausbildung kann hier eine  lich. Die beiden Regionen Bayern und Mitte (Hessen, Rhein-
              große Chance bieten, angehende Medizinerinnen und Medizi- land-Pfalz, Saarland) verzeichneten entgegen dem Bundes-
              ner für einen Verbleib in der Region zu motivieren. Wir führen  trend eine Zunahme an Organspenden gegenüber dem Vorjahr
              bereits Gespräche mit der Universitätsmedizin Mainz und inte- von 18 beziehungsweise zwölf Prozent.         (eb)
              ressierten Krankenhäusern in Trier und Koblenz, um den klini-
              schen Abschnitt des Medizinstudiums gemeinsam mit Mainz in
              der Fläche des Landes anzubieten“, erläuterte Wissenschafts- Darmkrebs-fortbildungswoche in
              minister Konrad Wolf.                           Bad Kreuznach
              Gesundheitsministerin Sabine  Bätzing-Lichtenthäler bekräf- Der Landkreis Bad Kreuznach, die Diakonie Krankenhaus, das
              tigte: „Unser gemeinsames Ziel ist es, dass wir auch in Zukunft  Krankenhaus St. Marienwörth mit dem Darmzentrum Nahe
              genügend Ärztinnen und Ärzte haben, um die medizinische  sowie niedergelassene Ärztinnen und Ärzte bieten gemeinsam


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