Page 10 - Ärzteblatt Rheinland-Pfalz, März-Ausgabe 2018
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B eruf spolitik




              Am neuen Kompetenzzentrum wird es künftig Begleitseminare
              für Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung geben, welche die
              praktische  Weiterbildung intensivieren und die erworbenen
              Facharztkompetenzen vertiefen werden. Hinzu kommen Men-
              toring-Programme, welche die jungen Ärztinnen und Ärzte auf
              ihrem Weg zum Hausarzt in ihrer beruflichen Entwicklung för-
              dern und vernetzen. Unterstützung bekommen auch die Wei-
              terbilder.  Für  sie  werden  spezielle  Fortbildungsprogramme
              angeboten, die sie bei der Entwicklung ihrer medizindidakti-
              schen Kompetenzen fördern, damit sie ihre eigenen Kernkom-
              petenzen weiter ausbauen und so als Dozenten den hausärzt-
              lichen Nachwuchs gezielt und praxisnah weiterbilden können.
              „Die Etablierung des Kompetenzzentrums Allgemeinmedizin                                                  Foto: Engelmohr
              auf unserem Campus ist ein Meilenstein für die Weiterbildung
              der dringend benötigten Fachärztinnen und Fachärzte für All- Der Vertrag,  den  die  Partner  gemeinsam  unterschreiben,
              gemeinmedizin. Sie macht auch deutlich, dass alle relevanten  regelt  die  Kooperation  (v.o.l.n.r.):  Dr.  Gerald  Gaß  (Kran-
              Organisationen in dieser Sache an einem Strang ziehen“, sagte   kenhausgesellschaft), Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann
              der Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin Mainz,   (Universitätsmedizin), Uni.-Prof. Dr. Michael Jansky (Zen-
                                                              trum für Allgemeinmedizin und Geriatrie), Dr. Peter Heinz
              Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann. Und man könne alle Kräfte   (KV RLP) und Dr. Günther Matheis (Landesärztekammer).
              bündeln, um den ärztlichen Nachwuchs früh an hausärztliche
              Tätigkeit heranzuführen. Der neue vierseitige Vertrag regele die
              Zusammenarbeit der Partner.                     meinmedizinische Weiterbildung fast nur „undercover machen
                                                              konnte, sind gottseidank vorbei“.
              Für Univ.-Prof. Dr. Michael Jansky, Direktor des Zentrums
              für Allgemeinmedizin und Geriatrie der Universitätsmedizin   „Ein Teil der Weiterbildung für die angehenden Allgemeinmedi-
              Mainz, hat das neue Zentrum eine wichtige Zukunftsaufgabe:  ziner findet auch im Krankenhaus statt. Das Kompetenzzent-
              „Mit  der  Implementierung  des  Kompetenzzentrums  Weiter -  rum wird hier zukünftig eine wichtige Unterstützung bieten
              bil dung Allgemeinmedizin an der Universitätsmedizin Mainz  und die praktischen Ausbildungsinhalte im OP und am Patien-
              wird ein weiterer wichtiger Schritt zur Sicherung der zukünfti- tenbett  durch  seine Begleitseminare  unterstützen“,  berich -
              gen hausärztlichen Versorgung geleistet und eine engere Ver- tete Dr. Gerald Gaß, Vorsitzender der Krankenhausgesellschaft
              bindung zwischen Studium und Praxis geknüpft.“ Er sieht das  Rheinland-Pfalz und Präsident der Deutschen Krankenhausge-
              Kompetenzzentrum als „Nabelschnur zur Universität“. Studie- sellschaft. Die Allgemeinmedizin sei eine wesentliche Säule der
              rende und  Weiterbildungsassistenten kämen in engen Aus- ambulanten Grundversorgung, die gerade im ländlichen Be -
              tausch und auch viele Niedergelassene würden eingebunden  reich besonders wichtig sei, fügte er hinzu.
              werden, um praxisnahe Angebote zu erstellen. Das Kompetenz-
              zentrum werde auch sehr eng mit der Koordinierungsstelle  Landesärztekammer-Präsident Dr. Günther Matheis lobte das
              Weiterbildung Allgemeinmedizin zusammenarbeiten, die be - gemeinsame Engagement: „Das neue Angebot wird die Weiter-
              reits als gemeinsame Stelle von den Partnern im vergangenen  bildung von künftigen Hausärztinnen und Hausärzten verstär-
              Jahr errichtet worden ist.                      ken, praxisnäher ausrichten und somit die Weiterbildung in der
                                                              Allgemeinmedizin auch weiter aufwerten.“ Da das Kompetenz-
              „Mit dem neuen Kompetenzzentrum für Allgemeinmedizin und  zentrum nun auch räumlich unmittelbar an der allgemeinme-
              der damit verbundenen optimierten Facharztweiterbildung im  dizinischen Einrichtung der Universitätsmedizin angesiedelt sei,
              stationären und ambulanten Bereich, emanzipiert sich die All- ergäbe sich somit auch eine nahtlose Verbindung von der Aus-
              gemeinmedizin nun auch im universitären Umfeld zu einem  zur Weiterbildung. Matheis: „Das ist gut, denn das fördert den
              vollwertigen Fach. Dies ist für uns als KV RLP nicht zuletzt auch  direkten Zugang und ermöglicht kurze Wege, um sich rasch zu
              ein wichtiges Signal an alle Studierenden, um deren Interesse  vernetzen.“ In dem Zusammenhang verwies der Landesärzte-
              an diesem Fachgebiet zu wecken“, sagt Dr. Peter Heinz, Vorsit- kammer-Präsident auch auf das Weiterbildungsangebot des
              zender des Vorstands der Kassenärztlichen Vereinigung Rhein- Quereinstieges Allgemeinmedizin, das sehr gut angenommen
              land-Pfalz. Er wies auch auf die Erfolge der bereits gegründeten  werde.
              gemeinsamen Koordinierungsstelle hin, mit deren Unterstüt-
              zung nun schon landesweit sechs  Weiterbildungsverbünde
              initiiert werden konnten. Ferner berichtete er, dass er über den
              einsetzenden Imagewandel der Allgemeinmedizin sehr froh sei.
              Die Zeiten, in denen die Allgemeinmedizin früher für Studie-
              rende fast wie Hürdenlauf war und man als Assistent die allge-


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