Page 6 - Ärzteblatt Rheinland-Pfalz, Januar-Ausgabe 2018
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Aktuell

Offener Austausch über zukunftsfeste                                       Unter Rückenschmerzen, deren Ursachen einen Krankenhaus-
Gesundheitsversorgung                                                      aufenthalt nach sich zogen, leiden deutlich mehr Frauen als
                                                                           Männer. Mehr als 8.500 Patientinnen wurden im Jahr 2016 sta-
                                                                           tionär behandelt (Männer: 5.400). Im Durchschnitt waren sie
                                                                           63 Jahre alt. 					 (eb)

                                                                           Krankenhauskosten auf Rekordniveau

                                                          Foto: Engelmohr  In den rheinland-pfälzischen Krankenhäusern fielen im Jahr
                                                                           2016 Gesamtkosten in Höhe von rund 4,6 Milliarden Euro an.
                                                                           Das waren nach Angaben des Statistischen Landesamtes vier
                                                                           Prozent mehr als im Vorjahr. Mit rund drei Milliarden Euro ent-
                                                                           fielen 64 Prozent auf Personalkosten. Diese stiegen im Ver-
                                                                           gleich zum Vorjahr um vier Prozent.

                                                                           Im Jahr 2016 wurden 966.400 Patientinnen und Patienten voll-

Welche Studien- und Arbeitsbedingungen braucht unser stationär behandelt. Das waren fast drei Prozent mehr als im
är ztlicher Nachwuchs und wie machen wir Gesundheits- vorangegangenen Jahr. Die stationären Krankenhauskosten
versorgung in R heinland-Pfalz zukunf tsfest? Ein guter je Fall lagen bei durchschnittlich 4.301 Euro und damit um
Austausch mit den SPD -Arbeitsk reisen Gesundheit, Pflege 1,7 Prozent höher als im Jahr zuvor (4.228 Euro).
und Demografie sowie Soziales und Arbeit vertiefte die
Standpunkte und zeigte Lösungsmöglichkeiten (v.l.n.r.):                    Die Sachkosten für die stationäre Versorgung erhöhten sich
Sven Teuber, Jörg Denninghoff, Dr. Tanja Machalet, Dr.                     gegenüber dem Jahr 2015 ebenfalls um gut vier Prozent auf

Günther Matheis und Kathrin Anklam-Trapp.                                  1,5 Milliarden Euro. Darin enthalten sind pflegesatzfähige

                                                                           Instandhaltungskosten von nahezu 172 Millionen Euro (plus

Kliniken behandelten 2016 über eine                                        7 Prozent). Hierbei handelt es sich um Investitionskosten für die

Million Patienten                                                          Instandhaltung im stationären Bereich, zum Beispiel die Erneu-

                                                                           erung von Fenstern oder Bodenbelägen. 138 Millionen Euro

                                                                           entfielen auf Steuern, Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Im Jahr 2016 wurden mehr als eine Millionen Patientinnen und sowie auf Kosten der Ausbildungsstätten und Aufwendungen

Patienten mit Wohnort in Rheinland-Pfalz stationär in Kranken- für den Ausbildungsfonds. In den Gesamtkosten waren Ausga-

häusern behandelt. Das waren nach Angaben des Statistischen ben in Höhe von 489 Millionen Euro für nichtstationäre Leistun-

Landesamtes zwei Prozent mehr als im Jahr zuvor. Im Durch- gen enthalten, etwa für ambulante, vor- und nachstationäre

schnitt verbrachten sie gut sieben Tage im Krankenhaus.                    Leistungen sowie für wissenschaftliche Forschung und Lehre.

                                                                           Demnach beliefen sich 2016 die bereinigten Kosten der statio-

Häufigster Anlass für eine stationäre Behandlung war die Herz- nären Krankenhausversorgung auf 4,2 Milliarden Euro. (eb)

insuffizienz (23.460 Fälle) mit einer durchschnittlichen Behand-

lungsdauer von zehn Tagen. Die Patientinnen und Patienten                  Trierer Vertreterversammlung informiert

mit dieser Diagnose waren durchschnittlich 79 Jahre alt.
Alkoholmissbrauch und damit einhergehende Folgekrankhei- s i c h ü b e r S t u d i e n g a n g P f l e g ew i s s e n s c h a f t

ten (alkoholische Leberzirrhose oder Pankreatitis) waren der

zweithäufigste Grund für einen stationären Krankenhausauf- Die Delegierten der Bezirksärztekammer Trier informierten sich

enthalt (17.056 Fälle; durchschnittliche Behandlungsdauer: während der jüngsten Vertreterversammlung über den Dualen

sieben Tage). Hiervon waren überwiegend Männer betroffen Bachelorstudiengang„Pflegewissenschaften – klinische Pflege“

(73 Prozent). Häufigste Einzeldiagnose in diesem Bereich war der Universität Trier, den Professor Dr. Heike Spaderna und

die psychische Störung durch Alkoholmissbrauch mit 14.646 Professor Dr. Margit Haas vorstellten.

Fällen. Im Mittel waren die wegen Alkoholmissbrauchs und

damit einhergehenden Folgeerkrankungen behandelten Pati- Der Studiengang ist im Wintersemester 2014 gestartet. Die

entinnen und Patienten 46 Jahre alt und damit jünger als der ersten Absolventinnen werden das Studium im September

Durchschnitt aller Behandlungsfälle (56 Jahre). 1.507 behan- 2018 als „Bachelor of Science + Gesundheits- und Krankenpfle-

delte Alkoholpatientinnen und -patienten waren Kinder und ger/in“ abschließen. Die Besonderheit des Trierer Studiengan-

Jugendliche unter 20 Jahren. In der Mehrzahl war bei den ges: Die Absolventen absolvieren neben der Ausbildung in der

Jugendlichen eine akute Alkoholintoxikation der Anlass für die Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege ein Stu-

stationäre Aufnahme (1.425 Fälle). Verglichen mit dem Vorjahr dium. Zurzeit wird an einem Konzept gearbeitet, dass es den

ist bei den Kindern und Jugendlichen ein Anstieg der Behand- Absolventen ermöglicht, ein Masterstudium anzuschließen.

lungsfälle um 3,5 Prozent zu verzeichnen.                                  Ziel des dualen Studiengangs: eine Pflegeperson, die wissen-

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