Page 29 - Ärzteblatt Rheinland-Pfalz, Januar-Ausgabe 2018
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Neues aus der KV                                                                                                                   Die KV Rheinland-Pfalz informiert

ten müsse. Die Erfahrung, die er daraus gezogen habe, sei, dass gehen. Das Beispiel zeigt, dass MVZ in vertragsärztlicher Hand

bereits kleine, überschaubare Veränderungen zu großer Verun- bleiben müssen“, betonte Dr. Bartels.

sicherung führen könnten. Außerdem bat er die Ärzte, sich

nicht dazu verführen zu lassen, Konflikte zwischen Haus- und KV R L P ist ab so fo r t auf Twitter und Faceb o ok

Fachärzten heraufzubeschwören. Anlass dieser Bitte war ein präsent

Schreiben, in dem Dr. Heinz unterstellt wurde, öffentlich gesagt

zu haben, ambulante Medizin sei Allgemeinmedizin. Richtiger- Die Möglichkeiten bei den anstehenden Honorarverhandlun-

weise habe er aber gesagt: „Die Allgemeinmedizin findet im gen in Rheinland-Pfalz seien begrenzt, so die Einschätzung von

Moment nur im ambulanten Bereich statt“, eine völlig andere Dr. Bartels. Die Entwicklung der Faktoren Demografie und Mor-

Aussage also.                                                     bidität sei in Rheinland-Pfalz nicht schwergewichtig, sodass

                                                                  hier mit einer Steigerung unter einem Prozent zu rechnen sei.

Krankenhäuser sind sehr an Kooperation mit                        Neben der Erhöhung des Orientierungswertes profitierten die

KV RLP interessiert                                               niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten vor allen Din-

                                                                  gen von der boomenden Wirtschaft und dem starken Anstieg

Dass Haus- und Facharztkonflikte sowohl auf Bundes- als auch der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse.

auf Landesebene nicht mehr spürbar seien, bestätigte auch Dr. Summa summarum sei so mit einer Honorarsteigerung von

Andreas Bartels, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes rund drei Prozent zu rechnen.

der KV RLP. Die Angriffe der Politik, die Bedarfsplanung in die

Hände der ­Länder zu geben, hätten zur Solidarisierung aller Politiker und Akteure seien auf den Social-Media-Kanälen sehr

KVen ge­f­ührt. Auch das gemeinsame Ziel, die Budgetierung aktiv, begründete Dr. Bartels den Einstieg der KV RLP bei Twitter.

aufzuheben, hätte die Ärzte zusammengeschweißt, die nun Später solle auch Facebook folgen. So sei der Vorstand der

„ge­m­ einschaftlich an der Front“ kämpften.                      KV RLP einerseits in der Lage, politische Botschaften der KV RLP

                                                                  viral zu verbreiten, und andererseits auf Beiträge von Kranken-

                             Die Veranstaltungen „KV trifft kassen oder anderen Akteuren schnell zu reagieren. Dr. Bartels

                             Politik“ und „KV initiativ“ verlie- lud politisch interessierte Ärzte und Psychotherapeuten außer-

                             fen sehr erfolgreich, bestätigte dem ein, sich über die Kanäle auf dem Laufenden zu halten

                             Dr. Bartels. Das Engagement für und mitzudiskutieren (www.twitter.com/KV_RLP).

                             die Sicherstellung durch die KV

                             RLP werde mit der Ausweitung Vermittlung spro bleme für antrag spflichtig e

                             der Förderung aller Fachärzte L ang zeittherapien b efürchtet

                             unterstrichen. Hier seien nun

                             die Krankenkassen am Zug, Ein Ziel der neuen Psychotherapie-Richtlinie, nämlich eine
                           Foto: KV RLP
                                                                                                                                                                                                                   Foto: KV RLP
                             ihren Teil der Förderung beizu- schnellere Akutversorgung über die Terminservicestellen (TSS)

                             steuern.                             der KVen zu erreichen, macht sich durch den starken Anstieg

                                                                  bei der Inanspruchnahme der psychotherapeutischen Sprech-
Dr. Andreas Bar tels: „K ran- Eine begrüßenswerte Entwick- stunde bemerkbar. Hingegen hat der Anteil der probatorischen
kenkassen sollen ihren Bei­
­trag be isteuer n.“         lung sei, dass viele Kranken-        Sitzungen seit dem zweiten Quartal 2017 deutlich abgenom-
                             häuser in RLP – ganz anders als      men. Als problematisch sieht Peter Andreas Staub, Vorstands-

die DKG – sehr an Kooperationen mit der KV RLP interessiert mitglied der KV RLP, in diesem Zusammenhang den Beschluss

seien.„Neben von Dr. Heinz erwähnten APC wollen wir weitere des Bewertungsausschusses, ab dem Frühjahr 2018 nicht nur

Konzepte mit Kliniken erarbeiten“, kündigte Dr. Bartels an. Dass die psychotherapeutische Sprechstunde, sondern auch die

Zusammenarbeit erwünscht sei, sei auch auf einem Landestref- probatorischen Sitzungen in

fen der Krankenhausdirektoren deutlich geworden, bei dem das Vermittlungsspektrum der

sehr intensive Kontakte zustande gekommen seien.                  TSS verpflichtend aufzuneh-

                                                                  men. „Die Behandlungskapazi-

Wie problematisch die Bedarfsplanung derzeit ist, verdeut- täten haben ja nicht zugenom-

lichte Dr. Bartels an einem Krankenhaus, das zwei hausärztliche men. Es wird daher äußerst

Sitze für das angegliederte MVZ aufgekauft habe. Die hausärzt- schwierig, beim derzeitigen

liche Versorgung sei damit quasi zum Erliegen gekommen. Das Bedarfsplanungsumfang inner-

Problem: Hausbesuche, die von niedergelassenen Hausärzten halb von vier Wochen einen

bislang durchgeführt wurden, lehnt das Klinik-MVZ ab. Eine Termin für eine antragspflich-

ältere Dame mit einer starken Erkältung musste diese Erfah- tige Langzeittherapie zu ver-

rung machen und wurde an die örtliche Bereitschaftspraxis mitteln“, merkte Peter Andreas

verwiesen. Die Ärzte der Bereitschaftspraxis verwiesen auf den Staub an. Ein Ausweg aus dem Peter Andreas Staub: „Die
nicht mehr vorhandenen Hausarzt. Am Ende wurde die Senio- Dilemma könnten Sonderbe- neue PT-R ichtlinie funktio -
rin im Krankenhaus stationär aufgenommen.„So kann es nicht darfszulassungen sein. Vorge- nier t.“

                                                                    Ärzteblatt Rheinland-Pfalz ❙ 1/2018 29
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