Page 25 - Ärzteblatt Rheinland-Pfalz, Januar-Ausgabe 2018
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Neues aus der KV                                                                       Die KV Rheinland-Pfalz informiert

Foto: KV RLP

Rund 50 Politiker und Experten diskutierten auf „KV trifft Politik“ über mögliche Ausgestaltungen und nötige Rahmen­
bedingungen.

KV trifft Politik: Die KV RLP fordert gleiche
Rechte und Pflichten in der stationären und
ambulanten Versorgung

Die Potenziale der ambulanten Versorgung sollten ausge- zum Beispiel die Schaffung eines eigenen Vergütungssystems

schöpft werden, damit die Sicherstellung vor allen Dingen in analog dem DRG-System und die Etablierung eines eigenen

ländlichen Gebieten auch in Zukunft gewährleistet werden Leistungserbringerstatus. Außerdem sind gleiche Wettbe-

kann. Rund 50 Politiker und Experten diskutierten am 8. No­­ werbsbedingungen zwischen Krankenhäusern und Praxisklini-

vember 2017 auf„KV trifft Politik“ über mögliche Ausgestaltun- ken – etwa durch öffentliche Investitionszuschüsse – zu schaf-

gen und nötige Rahmenbedingungen.  fen.

Bislang hat der Gesetzgeber überwiegend Regelungen getrof- Für viele Akteure, die die medizinische Versorgung gerade auf
fen, die Krankenhäuser zur ambulanten Versorgung berechti- dem Land gewährleisten möchten, ist der Aufbau eines ambu-
gen, kritisierte Dr. Peter Heinz, Vorsitzender des Vorstandes der lanten Versorgungszentrums die bevorzugte Lösung, erläuterte
KV RLP. Um Kliniken zu entlasten beziehungsweise unnötige Dipl.-Volkswirtin Tamara Dietze von Dietze, Bauer & Partner,
Aufenthalte zu vermeiden und die medizinische Versorgung Berlin. Beim Aufbau eines solchen Zentrums sind mehrere
effizienter zu gestalten, sollten auch den niedergelassenen Bereiche zu berücksichtigen. Dazu gehören die ambulante
Ärzten Möglichkeiten eröffnet werden, stationäre Aufgaben zu Versorgung, die Versorgung im Notfall, die Pflege, die Versor-
übernehmen. Ein Ansatz wäre beispielsweise, eine vertragsärzt- gung mit Heil- und Hilfsmitteln, zusätzliche Service-Dienste
liche, ambulante Versorgung zusammenhängend über meh- und das Management. Immer ist die individuelle Situation vor
rere Tage zu ermöglichen und zu etablieren, forderte Dr. Heinz. Ort entscheidend, allgemeingültige Lösungen gibt es nicht,

                                                                                 resümierte Tamara Dietze.
Um die Sektorengrenzen zwischen stationärer und ambulanter
Versorgung zu überwinden, stellen Praxiskliniken eine hervor- Die Veranstaltung„KV trifft Politik“ fand im Rahmen der landes-
ragende Lösung dar, die bereits seit 1989 im Sozialgesetzbuch weiten dritten Demografiewoche Rheinland-Pfalz statt, die
(SGB V) Erwähnung finden. In einer Praxisklinik werden Versi- unter der Federführung des Ministeriums für Soziales, Arbeit,
cherte durch die Zusammenarbeit mehrerer Vertragsärzte Gesundheit und Demografie (MSAGD) Rheinland-Pfalz steht.
ambulant und stationär versorgt. Trotz ihrer zahlreichen Vor-
teile führen die Praxiskliniken bislang eher ein Schattendasein,
erklärte Dr. Andreas Bartels, stellvertretender Vorsitzender des
Vorstands der KV RLP.
Damit sich Praxiskliniken in der Versorgung etablieren können,
ist der Gesetzgeber gefordert, finanzielle und gesetzgeberische
Rahmenbedingungen zu schaffen, so Dr. Bartels. Dazu gehört

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