Page 16 - Ärzteblatt Rheinland-Pfalz, Januar-Ausgabe 2018
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Berufspolitik

Nachwuchsärzte auf dem Rheinland-Pfälzi­
schen Hausärztetag: „Statt zu lamentieren,
sollte man viel mehr begeistern!“

Ines Engelmohr, Mainz

Foto: Engelmohr

Lebhafte Diskussionen und klare Worte vom ärztlichen Nachwuchs während des Podiumsgesprächs beim Rheinland-
Pfälzischen Hausärztetag in Mainz.

Junge Ärztinnen und Ärzten sollen keine Angst vor der Nieder- Ein guter Baustein für Ärzte-Motivation sei beispielsweise der

lassung haben. Insbesondere sollen sie keine Scheu haben, Wiedereinstiegskurs für Ärztinnen und Ärzte nach einer Berufs-

auch in ländlichen Regionen zu arbeiten. Denn gerade hier pause, lobte sie.

seien Ärzte, insbesondere Hausärzte, als regionale Kümmerer Diesen Kurs, den das Ministerium im vergangenen Frühjahr mit

immer gefragter, erklärte Gesundheitsministerin Sabine Bät- der Landesärztekammer und der Akademie für Ärztliche Fort-

zing-Lichtenthäler während einer Podiumsdiskussion beim bildung erstmals angeboten hat, stieß bei Ärztinnen und Ärz-

8. Rheinland-Pfälzischen Hausärztetag in Mainz.         ten auf großes Interesse.

Um mehr Ärztinnen und Ärzte für die Arbeit insbesondere in Lob gab es von der Ministerin auch für die Koordinierungsstelle

den ländlichen Regionen zu begeistern, seien viele Maßnah- Weiterbildung Allgemeinmedizin, die im vergangenen Jahr die

men nötig. Die eine große und einzig richtige Lösung hierfür Kassenärztliche Vereinigung, die Landeskrankenhausgesell-

gebe es aber nicht. In jeder Region müssten individuelle Wege schaft und die Landesärztekammer gemeinsam ins Leben

gefunden werden, um ärztliche Versorgung zu sichern, so die gerufen haben. Bätzing-Lichtenthäler: „Dies ist eine wichtige

Gesundheitsministerin. Die Gesundheitsministerin richtete in Initialzündung für die Regionen.“ Früher Kontakt des ärztlichen

diesem Zusammenhang auch eine Bitte an die Kommunen. Sie Nachwuchses mit erfahrenen Ärztinnen und Ärzten sei sehr

dürften ihre Regionen nicht öffentlich schlechtreden und nur wichtig.„Konkretes Erleben ist der beste Weg, um Vorurteile aus

deren Nachteile aufzählen, sondern müssten mehr Selbstbe- den Köpfen zu verbannen“, fügte die Ministerin hinzu. Das Land

wusstsein entwickeln, um ihre Stärken herauszustellen.  werde die hausärztliche Versorgung stärken. Bätzing-Lichten­

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